Windows Virtual Desktop – Desktop as a service

Im September 2019 hat Microsoft offiziell Windows Virtual Desktop veröffentlicht. Und „Desktop as a Service (Daas)“ hat das Potenzial, den Remote Desktop Markt umzukrempeln. Was genau ist „Windows Virtual Desktop“ überhaupt? Es ist ein umfassender Azure Cloud-Service zur Virtualisierung von Desktops und Anwendungen. Microsoft bietet damit ein vollständiges Desktop-Virtualisierungserlebnis in der Cloud an.

Vorteile

Schwerpunkt des Services ist eine vereinfachte Verwaltung, kostengünstige Lizenzierung und das neu Betriebssystem „Windows 10 Enterprise Multi-Session“.  Zudem ist der Dienst für die Arbeit mit Microsoft 365 (aka Office 365) ausgelegt. Remote-Desktop kann auf Windows, MacOS, Android, iOS und auf HTML5-Browsern genutzt werden. 100% Cloud durch Unabhängigkeit von der Wahl des Clients.

Remote Desktop

Windows 10 Enterprise Multi-Session

Ein grosses Alleinstellungsmerkmal ist das neue Betriebssystem. Es kombiniert zwei altbekannte Virtualisierungsmöglichkeiten von Microsoft in einem neuen Paket: „Windows 10 Enterprise Multi-Session“. Auf der einen Seite profitieren Sie so von der Skalierbarkeit von „Windows Terminal Server“ und auf der anderen Seite vom bekannten Windows 10-Desktop-Erlebnis. Es bietet eine Multi-Session Funktionalität, die exklusiv auf „Windows Virtual Desktop“ verfügbar ist. Mehrere Benutzer können sich dank Windows 10 Multisession, auf derselben virtuellen Maschine einloggen und verfügen über einen eigenen, vollständigen Desktop. Anstatt wie üblich, verschiedene VMs pro Benutzer, haben Sie so eine VM für mehrere Benutzer. Dies ermöglicht eine signifikante Kostenreduktion.

Benutzerverwaltung

Windows Virtual Desktop Host-Pools ermöglichen Mehrfachsitzungen für verschiedene Benutzergruppen. Host-Pools sind Sammlungen von virtuellen Maschinen mit derselben Konfiguration, die für mehrere Benutzer in diesem Pool bestimmt sind. Da die Profilverwaltung der einzelnen Benutzer in so einer Umgebung von besondere Wichtigkeit ist, hat Microsoft die Firma FSLogix und deren Expertise in der Verwaltung von Roaming-Profilen gekauft. Die Technik von FSLogix ist speziell darauf ausgerichtet, Roaming-Profile in virtualisierten Umgebungen zu verwalten. Benutzerprofile werden in einem Container gespeichert. Sobald sich der Benutzer mit dem virtuellen Desktop verbindet, wird der Container dynamisch mit der virtuellen Maschine verbunden. Dabei werden die nativ unterstützte virtuelle Festplatte (VHD) und die virtuelle Hyper-V-Festplatte (VHDX) verwendet. Somit sind Benutzerprofile sofort verfügbar und erscheinen im System wie ein natives Benutzerprofil. Diese Trennung ermöglicht eine Veränderung an der Windows virtual Desktop Umgebung, ohne die Benutzerprofile zu beschädigen oder zu verlieren.

Broker Funktion

Ein zweiter sehr interessante Aspekt an „Windows Virtual Desktop“ ist die Broker-Funktionalität. Broker bestimmen, welche Benutzer mit welcher virtuellen Maschine oder Anwendung verbunden werden. Die Benutzerauthentifizierung basiert auf Azure AD, so dass Sie auch alle Vorteile, bspw. MFA, Conditional Access etc. von Azure AD, nutzen können. Bei der Auswahl der Anwendung oder des Desktops verbindet sich der Benutzer mit dem Gateway, das dann über den Broker eine ausgehende Verbindung mit dem gewählten Desktop / Anwendung herstellt. Es wird nie eine eingehende Verbindung in ihre Azure Umgebung aufgebaut, da die virtuellen Maschinen nur über eine ausgehende verschlüsselte Verbindung mit dem Broker verbunden sind.

Lizenz-Anforderungen

Sie können Windows Virtual Desktop mit Windows 10 Enterprise Multi-Session und FSLogix Profile-Container nutzen, wenn Sie eine der folgenden Lizenzen haben:

  • Microsoft 365 E3/E5
  • Microsoft 365 A3/A5/Sonderangebote für Schüler und Studenten
  • Microsoft 365 F1
  • Microsoft 365 Business
  • Windows 10 Enterprise E3/E5
  • Windows 10 Education A3/A5
  • Windows 10 VDA pro Benutzer

Es fallen keine zusätzlichen Lizenzkosten für die Nutzung von Windows Virtual Desktop an. Virtuelle Maschinen, die für die Nutzung benötigt werden, müssen separat bezahlt werden. Die Kosten variieren je nach Unternehmensgrösse und nach Anzahl Sitzungen.

Fazit

Windows Virtual Desktop ermöglicht eine moderne, kostengünstige und simple Desktop-Virtualisierung. Diese lohnt sich auch bereits für kleinere Firmen. Das Client Management wird auf ein Minimum beschränkt und Sie können sich auf Ihr Geschäft fokussieren.